FDP Bochum

Kreisverband

Pressemitteilungen vom 16.05.2017:

Drogenpolitik in Bochum liberalisieren. (Ratsfraktion)

Drugchecking einführen, 24-Stunden-Drogenkonsumraum ermöglichen, Cannabis freigeben.

"Eine komplett drogenfreie Welt ist lediglich ein frommer Wunsch. Konsumenten illegaler harter Drogen sind keine Kriminelle, sondern Suchtkranke", erklärt Dennis Rademacher, Ratsmitglied der Fraktion "FDP & DIE STADTGESTALTER". "Aufgabe der Politik ist es, diesen Menschen zu helfen. Dazu gehört auch, mit dem Drugchecking das Risiko von Überdosierungen und durch unbekannte Streckmittel zu verringern. Damit Abhängige erfahren können, welche Substanzen und in welcher Dosierung sie diese zu sich nehmen, wollen wir in Bochum eine Analysestation einrichten.

Rademacher weiter: "Das organisierte Verbrechen nutzt die Illegalität der Abhängigen aus, um durch gefährliche Streckmittel zusätzlichen Profit zu machen. Wir wollen Drogenabhängigen die Chance geben, dass sie zumindest erfahren können, was genau und in welcher Menge sie konsumieren. Einige Streckmittel können selbst akut oder auf lange Sicht erhebliche zusätzliche Gesundheitsrisiken bedeuten. Ebenso ist die Reinhaltigkeit illegaler Drogen auf der Straße stark schwankend, sodass ungewöhnlich hohe Dosierungen nicht erkannt werden und zum Tod durch einen 'Goldenen Schuss' führen können."

"Drugchecking bezeichnet die chemische Analyse von auf dem Schwarzmarkt gehandelten Substanzen zur Gewinnung von Informationen über die Inhaltsstoffe und deren Dosierungen", so Rademacher weiter. "Im europäischen Ausland wird das Drugchecking u.a. in Österreich und der Schweiz ermöglicht. Seit 2005 existiert in Berlin ein Projekt, das so genannte Farbreaktionstests auf Partys anbietet. Da Abhängige die Stoffe unter fachlicher Anleitung weitgehend selbst für die Analyse präparieren, ist diese Methode legal und kann daher auch in Bochum eingeführt werden. Dazu haben wir in der letzten Ratssitzung eine entsprechende Anfrage gestellt."

"Das Drugchecking kann aber nur eine ergänzende Maßnahme für eine wirkungsorientierte Drogenpolitik sein. Ein Drogenkonsumraum sollte rund um die Uhr geöffnet haben, damit Abhängige nicht 'auf offener Straße' konsumieren müssen. Maßnahmen, wie den Tausch benutzter gegen neue Spritzen, sollten stärker unterstützt werden. Weder sollen sich Abhängige selbst durch Wiederverwendung fremder Spritzen oder Dritte durch das Liegen-Lassen des 'Drogenbestecks' mit schweren Infektionskrankheiten anstecken. Eine 'Law and Order'-Politik lehnen wir ab", stellt Rademacher klar.

"Zu einer präventiven Arbeit gegen harte Drogen gehört auch, dass man harte und weiche Drogen konsequent trennt und ein Modellprojekt zur Legalisierung von Cannabis einführt. Die Konsumenten von Cannabis kommen dann erst gar nicht in Kontakt mit dem Dealer, der ihnen auch Kokain und Heroin verkaufen will", so Rademacher abschließend.
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